
Versöhnung in Kambodscha – das Khmer Rouge Tribunal
Mitte 2006 hat die kambodschanische Regierung in Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen die "Extraordinary Chambers in the Courts of Cambodia" (ECCC) eingerichtet (unser Foto zeigt den Schauplatz des Tribunals vor den Toren der kambodschanischen Hauptstadt, Phnom Penh). Ziel ist es, fast 30 Jahre nach Beendigung des Khmer Rouge Regimes die Hauptverantwortlichen für ihre Verbrechen am kambodschanischen Volk vor Gericht zu bringen. Der Aufarbeitung der Gräueltaten mißt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit eine herausragende Bedeutung bei und unterstützt das Tribunal bzw. Versöhnungsarbeit im ganzen Land.
TRIP – Straßen und Wege für Kambodscha
Für die Entwicklung eines Landes sind ungenügende und schlecht ausgebaute Straßen und Wege ein Engpass. Daher bilden ländliche Wege einen Schwerpunkt des deutschen Engagements in Kambodscha. Seit 1996 stellte Deutschland Zuschüsse von rund 37 Millionen Euro für den Ausbau des Wegenetzes zur Verfügung. Die entsprechenden Straßen mit der Kennzeichnung TRIP (Tertiary Road Improvement Programme, unser Foto) sind mittlerweile ein besonderes Wahrzeichen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Kambodscha geworden. Mehr als 1.600 km Landstraße, über 60 Brücken, 40 Grundschulen und 5 Märkte wurden in unterschiedlichen Provinzen gebaut. Dies bedeutet einen besseren Zugang zu Arbeitsplätzen, Märkten, staatlichen Dienstleistungen (wie z.B. Gesundheitsstationen und Schulen) und Orten mit überregionaler Versorgungs- und Verwaltungsfunktion.
Unter der Oberfläche – Schulung in Bodenkunde
Bodenkunde ist für die Landwirtschaft ein wichtiges Thema, da die Ernte stark davon abhängt, wie fruchtbar die Böden sind. Um landwirtschaftliche Produktivität steigern zu können, müssen Produzenten in der Lage sein, schädigende Faktoren zu beseitigen. Dies gewährleistet eine nachhaltige Landwirtschaft und Nahrung für kommende Generationen. Deutsche Fachkräfte an der Royal University of Agriculture (RUA) organisieren Seminare in Bodenkunde und Nährstoffmanagement. Nach Untersuchungen von unterschiedlichen Böden in den Provinzen (unser Foto zeigt Teilnehmer an rotem Vulkanboden in Chub, Kampong Cham) geht es im Bodenkundelabor der RUA um Hintergrundwissen in Bodenkunde, dabei genauer um die Frage, welche Bodenart sich für welche landwirtschaftlichen Produkte eignet. Teilnehmer lernen, wie man mit einem Schnelltest die eigenen, im Feld genommenen Bodenproben auf Nährstoffe analysiert.
Gerechter Zugang zu Land
In Kambodscha leben 80 Prozent der Bevölkerung und 90 Prozent der Armen auf dem Lande. Daher konzentriert sich deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf ländliche Regionen. Landreform bzw. gerechterer Zugang zu Land ist ein besonderer Schwerpunkt. Dazu gehört der Aufbau des Katasterwesens (unser Foto zeigt Vermessungsarbeiten), Verteilung von Land an landlose Bauern und der Aufbau eines funktionsfähigen Planungssystems.